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HAZ Stadt-Anzeiger 06.09.2007

Mit dem Boot auf Stippvisite
Von Nicole Schilawa
Land in Sicht: Hermann und Anne Lenz aus Lingen legen an. Schon ist der Lister Hafenmeister Andreas Pachaly zur Stelle und befestigt die „Selesia“. Das Boot mit dem lateinischen Namen für Schlesien ist eines der etwa 14 Wasserfahrzeuge, die im Yachthafen im Osten von Hannover liegen. Hier treffen sich Leute, die sich mit der See und der Schifffahrt verbunden fühlen. Überwiegend dient der Hafen im Mittellandkanal als Ausgangspunkt für Erkundungen der niedersächsischen Landeshauptstadt.
Auch die Eheleute Lenz sind angereist, um hannoversche Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Die Lingener sind auf der Rückreise. Sie haben den Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg bis hin zum Scharmützelsee kurz vor der polnischen Grenze passiert. Zwei oder drei Tage wollen sie jetzt in Hannover Station machen. Zum einen möchte sich der pensionierte Geschichtslehrer auf die Spuren von Georg V., dem letzten König von Hannover, begeben. Zum anderen ist das Ehepaar hier, weil der Lister Hafen praktische Reisevorteile biete: Das nah gelegene Schwimmbad, Duschen sowie zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten an der Vahrenwalder Straße.

Von Brandenburg zurück bis nach Lingen: Hermann und Anne Lenz genießen den Aufenthalt. Foto: Schilawa

Betreiber des Lister Yachthafens ist der örtliche Marinekameradschaftsverein. Zu ihm gehören Menschen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, Seefahrtstraditionen und seemännische Brauchtümer zu pflegen. 75 Mitglieder zählt die Kameradschaft derzeit. Die Betreuung der Hafenlieger und der durchreisenden Gäste sind die Hauptaufgaben des Vereins – alle Arbeiten erledigen die Mitglieder ehrenamtlich. Auch ein Bootsrestaurant gehört zum Hafengelände. Erst vor wenigen Wochen ist die Gaststätte auf dem renovierten Frachter „Prinz Adalbert von Preussen“ neu eröffnet worden.
Auch die Dieseltankstelle am Lister Ankerplatz ziehe viele Hobbyschipper an, glaubt Pachaly – denn sie sei die einzige im Umkreis. Dem seit März angeheuerten Hafenmeister bereitet seine Tätigkeit eine Menge Spaß. Gerade weil er jeden Tag neue Menschen kennenlerne, sagt er. In diesem Jahr hätten bereits 400 Gastlieger den Lister Yachthafen besucht – jeder Hundertste parkt sein Schiff umsonst. „Wir haben viele Stammgäste“, erzählt Pachaly. Zum Beispiel einen älteren Briten, der jedes Jahr zum Schützenfest im Lister Hafen anlege. Neben deutschen Gästen sind auch viele andere Nationen vertreten. Das belegt auch das „Hafenbuch“, in dem jeder Anleger registriert wird. Die meisten Freizeitkapitäne kommen aus England, Dänemark, den Niederlanden und sogar aus Neuseeland.

Auf dem Weg von Holland nach Berlin: Jack und Manna Bobbink haben Hund Jochi mit an Bord. Foto: Schilawa

Auch Jack und Manna Bobbink haben eine lange Reise hinter sich. Immer mit von der Partie: Hund Jochi. Die Eheleute aus dem holländischen Woudsend möchten zwei Tage in Hannover verweilen. Seit zwölf Jahren fahren sie gemeinsam Boot. Der Rentner und die Zahnarztassistentin haben zwei Tage in Hannover eingeplant, bevor sie weiter nach Berlin schippern wollen. Die Bobbinks interessieren sich besonders für die Herrenhäuser Gärten, obwohl Hannover kein direktes Reiseziel gewesen sei. Etwa 70 Kilometer legt das Ehepaar am Tag zurück, da diente der Lister Hafen als Tagesend-Etappe. Das meiste erledigen sie mit den eigens mitgebrachten Fahrrädern – typisch holländisch, könnte man meinen. Nicht so sehr gefalle ihnen am Lister Hafen allerdings, dass er durch die offene Lage sehr zügig sei. Von der Hilfsbereitschaft der Einheimischen aber ist das Ehepaar angetan: „Alle sind freundlich und geben Tipps“, erzählt Manna Bobbink. Die Anleger halten zusammen, sagt Hafenmeister Pachaly. Denn: „Das ist unter Bootsfahrern so“. Und schon steht er wieder auf dem Steg. „Schiff ahoi“ – die nächsten Bootsfahrer erreichen den Lister Yachthafen.