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Die Chronik der Marine Kameradschaft Hannover

1998 / 100 Jahre Marinekameradschaft

Nach Beendigung ihrer Dienstzeit in der kaiserlichen Kriegsflotte schlossen sich besonders in den Großstädten viele ehemalige Marine-Kameraden zusammen. So geschah es auch in der Haupt- und Residenzstadt Hannover vor der Jahrhundertwende. Im Jahre 1898 erschien im Hannoverschen Anzeiger, der heutigen Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, ein Aufruf zur Bildung eines Marine-Vereins. Unterzeichnet war dieser Aufruf von den Kapitänleutnanten a.D. Menger und Schwab. Die Anzeige hatte Erfolg. Es gingen so viele Zuschriften ein, dass eine Versammlung einberufen werden musste. Am 16. Februar 1898 trafen sich in dem damaligen Arbeitervereinshaus am Hohen Ufer etwa 70 ehemalige Marine-Angehörige und sie erklärten auch gleich an diesem Abend, sich zu einem Marine-Verein zusammenzuschließen. Damit war der Gründungsakt abgeschlossen. Auch mit dem Namen dieser Vereinigung war man sehr schnell zur Hand. Am selben Abend erhielt er die Bezeichnung MARINE-VEREIN PRINZ ADALBERT VON PREUSSEN, HANNOVER, LINDEN UND UMGEBUNG.

Diese Namensgebung ist besonders sinnvoll, war doch Prinz Adalbert von Preußen 1849 Chef der Preußischen Marine, 1867-1871 Oberbefehlshaber der Marine des Norddeutschen Bundes und anschließend Generalinspekteur der Kaiserlichen Marine.

Die erste Generalversammlung am 3. März 1898 wählte zu ihrem Vorstand die Kameraden:
1. Vorsitzender KptLt a.D. Menger
2. Vorsitzender Schwab
1. Schriftführer Hische
2. Schriftführer Steinhoff
1. Kassierer Westwardt
2. Kassierer Ziegler
Beisitzer Opitz

Das Vereinsleben entwickelte sich sehr gut. Die Mitgliederzahl wuchs. Schon sehr bald schloss sich die Kameradschaft der VEREINIGUNG DEUTSCHER MARINE-VEREINE, dem heutigen DEUTSCHEN MARINEBUND, an. Dieser Zusammenschluss vieler Marine-Vereine in einem Dachverband war 1891 vom Korvettenkapitän a.D. Möller in Kiel gegründet worden.

Am 28. August 1910 erhielt der Verein seine erste Fahne. Die Weihe und Übergabe vollzog der Ehrenvorsitzende, Vizeadmiral Oldekop. (mehr hierzu auf der Seite: Unser Verein/Die Fahne der MK)

Im Frühjahr 1923 feierte der Marine-Verein sein 25-jähriges Bestehen. Unter den Gästen waren Admiral Scheer und Generalfeldmarschall von Hindenburg.

Auf einem Abgeordnetentag des Bundes Deutscher Marinevereine wurde Ende der zwanziger Jahre beschlossen, zum Gedenken an die Gefallenen der Kaiserlichen Marine ein Ehrenmal zu errichten. Der Marine-Verein in Hannover beteiligte sich, wie alle anderen Kameradschaften in Deutschland, an Sammlungen und Spenden für dieses einzigartige Bauwerk an der Kieler Förde. Am 30. Mai 1936 nahm eine starke Abordnung des Vereins an der Einweihungsfeier des Marine-Ehrenmals in Laboe teil.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Januar 1933 erhielt der BUND DEUTSCHER MARINEVEREINE im Zuge der Gleichschaltung die Bezeichnung NATIONALSOZIALISTISCHER DEUTSCHER MARINEBUND. Dieser Bund war in Gaue aufgeteilt und in Kameradschaften untergliedert. Die bisherigen Marine-Vereine wurden in Marine-Kameradschaften umbenannt. Die Marine-Kameradschaft PRINZ ADALBERT VON PREUSSEN gehörte zum Gau Niedersachsen. Sie zählte am 1. März des selben Jahres 365 Mitglieder. Mit dem September 1941 endeten die Logbuch-Eintragungen der alten Marinekameradschaft PRINZ ADALBERT VON PREUSSEN in Hannover.

Nach dem verlorenen Krieg und dem totalen Zusammenbruch im Mai 1945 wurden der Marine-Bund und seine Kameradschaften, wie auch alle anderen soldatischen Verbände und Vereine, durch das Kontrollratsgesetz der Besatzungsmächte verboten und aufgelöst. Aber lassen sich die Liebe zur See und das gemeinsame Erleben an Bord in guten wie in schlechten Zeiten durch Gesetze verbieten? So schlossen sich vielerorts in den damaligen drei westlichen Besatzungszonen ehemalige Marineangehörige zu so genannten MARINESTAMMTISCHEN zusammen. In Hannover war es der langjährige 1. Schriftführer des alten Marine-Vereins, Wilhelm Prasse, der die Initiative ergriff, Marinekameraden in dem Stammtisch BULLAUGE zu sammeln. Erst nach Inkrafttreten des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 1949 war es wieder möglich, Vereine zu bilden. Schon bald wurden in den großen und kleinen Städten der Bundesrepublik Marine-Vereine und Kameradschaften wieder gegründet.

Am 22. November 1952 trafen sich die Vertretungen von 29 Kameradschaften in Hannoversch-Münden und beschlossen, den Marine-Bund wieder aufleben zu lassen. In Hannover berief Wilhelm Prasse durch Bekanntgabe in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zum 1. April 1953 die erste offizielle Versammlung ehemaliger Mariner ein. Diesem Aufruf folgten 58 Marinekameraden. Hauptthema der Versammlung in der Hauptbahnhofsgaststätte war die Neugründung des Deutschen Marinebundes und die Teilnahme am Marine-Treffen in Wilhelmshaven. Erst am 6. Juni 1953, also nach dem Treffen in Wilhelmshaven, beschloss die Versammlung einstimmig, den Marine-Verein in Hannover unter dem alten Namen PRINZ ADALBERT VON PREUSSEN fortzuführen und sich dem Deutschen Marinebund anzuschließen. Am gleichen Tage wurde der Vorstand gewählt, dem die nachstehenden Kameraden angehörten:

1. Vorsitzender Wilhelm Prasse
2. Vorsitzender Günther Ledke
1. Schriftführer Erwin Teuteberg
2. Schriftführer Rudolf Lüdicke
1. Kassenführer Max Schreiber
2. Kassenführer Heinrich Klenke

Am 6. April 1957 trat aus Alters- und Gesundheitsgründen der 1. Vorsitzende, Wilhelm Prasse, zurück und übergab sein Amt an Heinz Heuss. Wilhelm Prasse wurde im August desselben Jahres für seine Verdienste um den Verein zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Im Jahre 1958 drohte dem Verein eine Führungskrise. Kamerad Heuss musste ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz niederlegen. Sein Nachfolger, Erich Brunn, stellte schon nach kurzer Zeit im September wegen der schweren Erkrankung seiner Frau sein Amt zur Verfügung. In dieser kritischen Lage übernahm der bisherige 2. Vorsitzende, Bruno Schreeckh, das Ruder und bestimmte für die nächsten sechs Jahre den Kurs des Vereins, bis er durch eine schwere Erkrankung ebenfalls von der Vorstandsarbeit entbunden werden musste. Zu seinem Nachfolger wurde bei der Jahreshauptversammlung 1964 der 1. Schriftführer, Erwin Teuteberg, gewählt. An dieser Versammlung beschloss man, den Marine-Verein in MARINEKAMERADSCHAFT HANNOVER VON 1898 E.V. „PRINZ ADALBERT VON PREUSSEN" umzubenennen.

Es begann die Zeit einer stetigen und kontinuierlichen Vereinsentwicklung. Am 14. April 1973 beging die Marinekameradschaft ihr 75jähriges Stiftungsfest. Ehrengast an der Feier war Ihre Königliche Hoheit Viktoria-Luise, Herzogin zu Braunschweig-Lüneburg, Prinzessin von Preußen.

1978 wurde aufgrund der Initiative des Vorsitzenden zusammen mit Günther Schäfer der MRV-Stützpunkt Mardorf/Steinhuder Meer errichtet. Teuteberg gehört zu den Gründungsmitgliedern des Arbeitskreises Soldatischer Verbände Hannover (ASVH) und führte die Kameradschaft in diese Gemeinschaft. Er knüpfte die erste Verbindung zwischen der Marinekameradschaft Hannover zu einer ausländischen Marinekameradschaft zur „Royal Naval Association Bristol Branch". Die Mitgliederstärke überschritt im Jahr 1981 erstmals die Hundert. Seitdem konnte der Mitgliederbestand ständig über diese magische Zahl gehalten werden.

Erst das Jahr 1985 brachte einen Wechsel in der Führung der Kameradschaft. Auf der Jahreshauptversammlung am 8. Februar verzichtete der Vorsitzende Erwin Teuteberg nach 21-jähriger Amtszeit aus Altersgründen auf eine weitere Kandidatur. Zu seinem Nachfolger wählten die Versammlungsteilnehmer den bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Erwin Rüger. Als Dank für die langjährige Arbeit als Vorsitzender der Kameradschaft sah Rüger seine erste Amtshandlung in der Antragstellung, Erwin Teuteberg zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Mit seinem umfangreichen Wissen und seinen Erfahrungen steht Teuteberg auch weiterhin mit Rat und Tat dem Vorstand zur Seite.

Rüger setzte die erfolgreiche Vereinsarbeit fort. Als die Fregatte „Niedersachsen" als neue Einheit der Bundesmarine in Dienst gestellt wurde, nahm er gleich Kontakt zur Schiffsleitung auf. Trotz vieler Kommandantenwechsel im Laufe der Zeit, verstand er es geschickt die Verbindung aufrechtzuerhalten. Er schuf die zweite Beziehung zu einer ausländischen Marinekameradschaft. Perpignan in Südfrankreich beherbergt die „Amicale des Anciens Marins de Perpignan", zu der sich eine enge Freundschaft entwickelte.

Im Jahr 1997 wurde aus steuerlichen und finanziellen Gründen eine Loslösung des MRV-Stützpunktes Yachthafen Hannover von der MK Hannover erforderlich.

1998 konnte die Marinekameradschaft Hannover auf ihr 100-jähriges Bestehen zurückblicken. Am 9. Mai wurde dieses Ereignis mit einem Festakt und einem Marineball im Festsaal der Wülfeler Brauereigaststätten gefeiert.

Im Laufe der Jahre änderten sich die Voraussetzungen, die seinerzeit zur Trennung des MRV-Stützpunktes von der MK Hannover führten, so dass im März 2003 die Mitglieder der MK Hannover und des MRV-Stützpunktes einer Fusion der beiden Vereine anstrebten und an einer außerordentlichen Mitgliederversammlung stimmten die anwesenden Kameradinnen und Kameraden einer Fusion mit dem MRV-Stützpunkt zu. Der Zusammenschluss erfolgte am 27. Juni 2003 mit großer Mehrheit der Mitgliederstimmen in beiden Kameradschaften.

Nach der Fusion der beiden Kameradschaften wurde der alte Vereinsname nur mit einem Zusatz fortgeführt:
Marinekameradschaft Hannover von 1898 e.V. "Prinz Adalbert von Preußen" mit MRV-Stützpunkt.

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