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Fahrt nach Kiel zur DMB-Tagung

Kiel ist immer eine Reise Wert!

Unser Ziel war der Abgeordnetentag des Deutschen Marinebundes 2004, und da dieser in einer Marinestadt stattfand, war es für uns eine Selbstverständlichkeit, diesen mit unserem Vereinsboot „ERWIN TEUTEBERG" anzusteuern.

Am 5. Juni punktlich um 8:00 Uhr wurden die Leinen losgeworfen und die Reise ging los. Außer einer kurzen obligatorischen Wartezeit von ca. 15 Minuten vor der Schleuse Anderten kamen wir gut voran, so dass wir gegen 17:00 Uhr in unserem geplanten Etappenziel Bad Bodenteich festmachen konnten.

Auf Grund gewisser körperlicher und geistiger Probleme einiger Besatzungsmitglieder wurde die Reise am nächsten Morgen erst mit 1 1/2-stündiger Verspätung fortgesetzt. Abgesehen von den üblichen Wartezeiten vor den Schleusen kamen wir aber wieder gut voran. Um 18:00 Uhr bei Elbe-km 607,4 wechselte die Schiffsführung von Andreas Pachaly auf Freddy Schulz, da der eine keinen „Sportbootfuhrerschein See" und der andere nicht das erforderliche Binnenpatent hat. Unter neuer Führung ging es weiter und gegen 20:00 Uhr erreichten wir den City-Sporthafen Hamburg.

Der Montag war als Ruhetag für technischen Dienst eingeplant. Am späten Nachmittag erhielten wir Besuch von Otto, einem KptLt d. R., der als Aufreißer fur „he lücht" (Hafenrundfahrten) arbeitete. Eingeladen auf ein oder zwei Glas Bier verließ er das Schiff erst nach zwei Uhr in der Nacht.

Nach diesem Ruhetag ging es am Dienstag um 9:00 Uhr wieder los. Mit ablaufendem Wasser ging es elbabwärts. Gegen 10:00 Uhr passierten wir das Schulauer Fährhaus mit Willkommenshöft, von wo aus unser Flaggengruß erwidert wurde. Nach der Passage der Schleuse Brunsbüttel ging es auf dem Nord-Ostsee-Kanal weiter nach Rendsburg, wo wir gegen 19:00 Uhr eintrafen. Zwischendurch erwischte es unseren Kameraden Fred in Form einer zu zahlenden Flasche Wodka, der als Rudergänger die Rendsburger Eisenbahnbrücke in dem Augenblick passierte als gerade ein Zug darüber hinweg fuhr; auf die Deutsche Bahn ist eben Verlass.

Da wir am nächsten Tag nur eine kurze Strecke zu bewältigen hatten, konnten wir uns morgens Zeit lassen und machten erst um 12:00 Uhr die Leinen los. Gegen 13:00 Uhr bei NOK-km 81 kam Neptun an Bord. Wir hatten einen Kameraden an Bord, der bisher noch nie den NOK befahren hatte. Unser Kamerad Kuddel durfte aber nach seiner äußeren und inneren Reinigung ebenfalls weiterhin bei uns an Bord verbleiben. Nach der Kanal-Taufe ging es weiter in Richtung Schleuse Holtenau. Dort mussten wir über eine Stunde auf die Schleusung warten, weil mit uns und all den anderen wartenden ca. 20 Sportbooten auch noch jeweils ein Kümo in den beiden kleinen Kammern mitgeschleust wurde.

Anschließend ging es, vorbei am Marinestützpunkt, der an diesem Tage in Kiel liegenden „ALEXANDER VON HUMBOLDT", einer STENA-Fähre nach Schweden und dem HAPAG-Kreuzfahrtschiff „C. COLUMBUS" in die Hörn (südlichstes Ende des Kieler Hafens, mit einer teilweise aufklappbaren Fußgängerbrücke vom übrigen Hafen abgetrennt). Nach einer halbstündigen Wartezeit wurde die Brücke geöffnet, so dass wir einfahren konnten und gegen 17:00 Uhr hatten wir unser Reiseziel erreicht und an unserem vorab arrangierten Liegeplatz festgemacht.

In der Hörn bzw. im Germaniahafen, einem auf dem ehemaligen HDW-Gelände Gaarden-Süd neu errichteten Yachthafen, gab es noch keine Sanitäreinrichtungen, weil die Baufirma, welche die entsprechenden Gebäude angefangen hatte, inzwischen in Konkurs gegangen war. Wegen dieser Unpässlichkeiten war es erforderlich, nach einem anderen Liegeplatz Ausschau zu halten. Auf Grund der Überredungskunst unseres Vorsitzenden Freddy bekamen wir einen für unser graues Schiff passenden Liegeplatz an der Scharnhorstbrücke im Tirpitzhafen, wohin wir am Donnerstagnachmittag verlegten. Dort hatten wir Duschen und Toiletten im Übermaß, außerdem Strom und Wasser so wie wir es brauchten, und das alles auch noch umsonst.

Am nächsten Tag fuhren wir gegen Mittag erneut in die Hörn, da sich der Bundesvorstand nachmittags für einen Besuch an Bord angemeldet hatte. Einige der Gäste sowie auch einige in Kiel anwesende Kameraden fuhren am späten Nachmittag mit zurück zur Scharnhorstbrücke, wo anschließend an Bord gegrillt wurde.

Nach dem AO-Tag, über den an anderer Stelle zu berichten ist, ging es am Sonntag wieder los. Um 9:00 Uhr hieß es Leinen los und genau um 10:00 Uhr passierten wir das Marine-Ehrenmal Laboe mit gedippter Flagge und „Front nach Steuerbord". Wie ich später erfahren habe, begann im selben Augenblick die Flaggenparade anlässlich des Festaktes zum 50. Jahrestag der Rückgabe des MEM an den DMB.

Unser eingeplantes Tagesziel war Fehmarn. Auf Grund der Vorhersagen im Seewetterbericht erschien es uns jedoch angebracht, ein anderes Ziel anzulaufen. Bei Windstärken von 6 - 7 Bft., in Böen bis 9 Bft., auf Fehmarn zwei oder drei Tage eingeweht zu sein, hatten wir keine Lust. Somit änderten wir beim Passieren der Fehmarnsundbrücke um 14:00 Uhr unseren Kurs in Richtung Neustadt/H. Mich persönlich kostete diese Passage auch eine Flasche Wodka, da ich als der für die Flaggenführung im Mast Verantwortliche, die Kieler Stadtflagge bis dahin noch nicht wieder eingeholt hatte.

Weil wir im dortigen Stadthafen keinen Liegeplatz bekommen konnten mussten wir in die ANCORA-Marina ausweichen, wo wir nach einigen engen Manövern an dem vom Hafenmeister zugewiesenen Liegeplatz gegen 18:00 Uhr die Leinen festmachten. Besondere Erwähnung verdient dabei die Leistung unseres Kameraden Andreas als Rudergänger bei diesem Manöver wie auch bei der Ausfahrt am nächsten Tag mit unserem großen Schiff bei sehr engen Fahrwasserverhältnissen im Hafen.

Am darauf folgenden Tag konnten wir uns etwas Zeit lassen. Wir waren am Vortag ja weiter gekommen als ursprünglich geplant. Somit machten wir erst kurz vor 12:00 Uhr die Leinen los und nahmen Kurs auf Travemünde. Unterwegs brachten wir unserem verstorbenen Kameraden Heimdal Schmitt einen Wodka, wie auch tags zuvor bei der Ausfahrt aus Kiel unseren Kameraden Jürgen Buse, Horst Karow und einigen anderen Kameraden.

Von Travemünde aus ging es die Untertrave hinauf und bei der ersten Brücke im Stadtgraben in Lübeck wechselte um 15:00 Uhr die Schiffsführung aus bereits vorgenannten Gründen wieder auf den Kameraden Andreas zurück. Weiter im Elbe-Lübeck-Kanal mußten wir an der ersten Schleuse in Bussau fast 45 Minuten warten, was jedoch zur Folge hatte, dass wir in die folgenden vier Schleusen immer direkt einfahren konnten.

Unser angedachtes Ziel für diesen Tag war die Eulenspiegelstadt Mölln, die wir gegen 19:00 Uhr erreichten. Der Yachthafen in unmittelbarer Stadtnähe war voll und die beiden anderen Häfen konnten wir wegen unseres Tiefganges nicht ansteuern. Auf einer Untiefe im nicht ausgetonnten Möllner Ziegelsee waren wir mit dem Bug leicht aufgelaufen. Folglich blieb uns nichts weiter übrig, als weiterzufahren zum Yachthafen im Prüß-See bei Güster, wo wir gegen 21:00 Uhr Feierabend machen konnten. Hier hatten wir am Steg mit dem Bug auf weichem Untergrund auch leicht aufgesessen, weil ein nicht mitfahrender Kamerad empfohlen hatte, direkt vor der Kneipe anzubinden.

Nachdem wir am nächsten Morgen auf einen anderen Liegeplatz mit mehr Wassertiefe verholt hatten legten wir nochmals einen Ruhetag ein. An diesem Tage funktionierte anfangs die elektrische Anlage nicht richtig, so dass Kuddel sich zum Fruhstück nicht seinen gewohnten Tee zubereiten konnte. In Ermangelung dieses Getränkes wich er auf Cola mit Wodka aus. Nach seinem anschließend vorgezogenen Mittagsschlaf erschien Kuddel wieder in der Plicht und sagte: „Von Cola und Wodka muss ich dringend abraten, das Zeug macht depressiv, da bekommt man böse Träume von."

Am darauf folgenden Mittwoch ging es um 8:00 Uhr weiter über den Elbe-Lübeck-Kanal und ein kurzes Stück Elbe in den Elbeseitenkanal, wo wir vor dem Schiffshebewerk Scharnebeck fast eine Stunde warten mussten. Anschließend ging es weiter durch die Schleuse Uelzen (keine Wartezeit) bis zum Yachthafen Wittingen. Auch hier gab es noch einmal ein sehr enges Anlegemanöver; zum Vordermann hatten wir ca. 1/2 m Platz und zum Hintermann passte lediglich noch ein Fender dazwischen, aber um 19:20 Uhr waren die Leinen fest.

Das Ablegen am nächsten Morgen um 10:00 Uhr gestaltete sich etwas einfacher, da unser Hintermann bereits losgefahren war und wir somit mehr Platz hatten. Gegen 13:00 Uhr erreichten wir unser Heimatgewässer den Mittellandkanal und es ging nach Westen Richtung Heimat. Bei Kanal-km 198 begegnete uns das Sportboot „MIEKE" mit unserem Kameraden Rüdiger auf dem Weg zur Ostsee in den Urlaub. Nach einem kurzen Stop ging es weiter. Einige km weiter begegnete uns das Sportboot „ODER" mit unserem Kameraden Kalle auf dem Weg in Richtung Magdeburg, ebenfalls in den Urlaub.

Nach einer Exklusivschleusung ohne Wartezeit in Anderten erreichten wir unseren Heimathafen, in dem wir punktlich um 18:00 Uhr anlegten.

Fazit:
Eine schöne Reise war zu Ende gegangen, die allen Teilnehmern viel Spaß und Freude bereitet hat. Die Verpflegungs- und Getränkelage war gut. Sie war sogar so gut, dass unser Kamerad Kuddel an den Tagen, an denen gefahren wurde und das Mittagessen in zwei Turns eingenommen wurde, immer sowohl im ersten als auch im zweiten Turn mitgegessen hat.
Zum Schluss noch einige Daten:

Fahrstrecke: 858 km (entspricht 463 sm)
Reisezeit: 12 Tage
Fahrzeiten: 74 Std., davon 5 1/2 Std. Wartezeiten vor Schleusen und Brücken
Kraftstoffverbrauch: 1460 l Diesel
Bierverbrauch: 5 1/2 Fässer á 30 l (Einbecker)
Wodkaverbrauch: 16 Flaschen

Besatzung:
Salzwasserkapitän: Freddy Schulz
Süßwasserkapitän: Andreas Pachaly
Schmadding: Lothar Brüssing
Der Mann fürs Grobe: Fred Ahrensfeld
Bordunterarzt: Kuddel Scharnighausen
Badegast von Hannover bis Bad Bodenteich: Wolfgang Loß
Badegast von Kiel bis Hannover: Dieter Göring

Lothar Brussing

Herausgeber: Marinekameradschaft Hannover von 1898 e. V. „Prinz Adalbert von Preußen"

Redaktion: Klaus Völker, Schubertstraße 33, 30900 Wedemark

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